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Neuer Bezirk und neue Schulen im Programm proRespekt 

Nachdem die ersten Programmschulen ihre Teilnahme erfolgreich abgeschlossen haben, bringen die proRespekt-Coaches ihre Erfahrungen und bewährten Ansätze nun an weitere Schulen. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden acht neue Schulen in das Programm proRespekt aufgenommen. proRespekt unterstützt die teilnehmenden Schulen in der Regel fünf Jahre lang dabei, Schulentwicklungsvorhaben in den Themen Gewaltprävention, Demokratiebildung oder Verringerung von Schuldistanz zu formulieren und umzusetzen.  Nachdem der Bezirk Mitte 2025 aus dem Programm ausgestiegen ist, folgte entsprechend der Daten aus dem Berliner Monitoring – Jugendgewaltdelinquenz der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Folgende Schulen wurden für die Teilnahme ausgewählt: 

  • Spandau: Wolfgang-Borchert-Schule (ISS) & Lynar-Grundschule 
  • neuer Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg: Lemgo-Grundschule, Refik-Veseli-Schule (ISS) & Georg-Weerth-Schule (ISS) 
  • Reinickendorf: Jean-Krämer-Schule (ISS) & Till-Eulenspiegel-Grundschule 
  • Lichtenberg: Schmetterlings-Grundschule 

Der Auswahlprozess basiert auf dem 2020 von der Fachstelle proRespekt entwickelten Konzept zur Auswahl der ersten Programmschulen (siehe Standorte › proRespekt). Dieses wurde auf Grundlage der Erfahrungen aus der bisherigen Programmumsetzung sowie der Empfehlungen aus der Evaluation des Programms proRespekt durch die Arbeitsstelle Gewaltprävention aus dem Jahr 2023 weiterentwickelt. 

Wir freuen uns sehr über das Engagement der neuen Programmschulen und auf die gemeinsame Arbeit für ein gewaltfreies und demokratisches Schulklima. Eine Übersicht über freie Stellen an den Schulen finden sich hier.

 

Beiträge aus 2025

Musikalischer Höhepunkt des Jahres

Am 09. Dezember hatten rund 400 Kinder aus sieben Programmschulen die Gelegenheit, ein besonderes Konzert mit unserer proRespekt-Botschafterin Suli Puschban im „Haus der Jugend Mitte“ zu erleben. Die Grundschüler*innen nahmen aufgeregt auch lange Anfahrten – etwa aus Spandau, Britz oder Marzahn – in Richtung Wedding in Kauf. Damit möglichst viele Klassen teilhaben konnten, fanden zwei Konzerte nacheinander statt.  

Die Atmosphäre war in beiden Konzerten gleichermaßen ausgelassen wie intensiv, getragen sowohl von der musikalischen Vielfalt der Sängerin als auch von der Aufmerksamkeit und Beteiligung der Kinder aus den zweiten bis fünften Klassen. 

Es war beeindruckend, wie die Musikerin es schaffte, die Kinder direkt anzusprechen und zum Mitmachen einzuladen. “Das Lied zum Start, bei dem sie die Namen verschiedener Kinder eingebaut und gesungen hat, fanden wir besonders toll und lustig.“ Viele Kinder sangen ausgelassen den proRespekt-Programmsong RESPEKT sicher mit, sowohl vor als auch auf der Bühne. Auch der Schulsong von der Theodor-Storm-GS wurde angestimmt, was die textsicheren Schüler*innen aus der Schule sehr freute. Auf Initiative der Schüler*innen gab es ein weihnachtlich-musikalischen Abschluss. 

Nach den Konzerten führten zwei Kinder-Reporter kurze Gespräche mit den großen und kleinen Besucher*innen und sammelten Eindrücke des Publikums, z.B. zur Frage: Warum ist für dich Respekt in der Schule wichtig?

Eine Frage beantwortete die begleitende Lehrerin: Warum bist du heute mit deiner Klasse hierhergekommen?  

„Meine Klasse, die liebt Musik. Wir hatten letztens schon einen tollen Musikwandertag, da haben wir uns aber Musikinstrumente angeguckt. Wir haben auch das Respekt-Lied schon im Unterricht gehabt und das nochmal live zu hören hat allen besonders viel Spaß gemacht. Alle haben schön mitgesungen.“  

Dieses Erlebnis war für die Kinder als auch die Begleitpersonen noch im Nachklang sehr beeindruckend, unterschiedliche Ohrwürmer begleiteten den Tag.  Und wir freuen uns auf weitere Konzerte mit Suli Puschban. 

Gute Aussichten für die Fachstelle proRespekt

Dezember 2025

Die Förderung der Fachstelle proRespekt wird fortgeführt; der Haushaltsausschuss hat dies bereits bestätigt. Der endgültige Beschluss des Haushalts ist für den 18. Dezember 2025 vorgesehen, anschließend können wir die Entscheidung offiziell mitteilen. Vieles spricht dafür, dass die Fachstelle auch im Jahr 2026 bestehen wird. Wir freuen uns bereits jetzt auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit im kommenden Jahr.

Oktober 2025

Mit großer Unsicherheit blicken wir auf die Verhandlung zum Berliner Haushalt 2026/2027. Vielfältige Programme und Träger leisten in Berlin einen wesentlichen Beitrag zur Demokratieförderung und Gewaltprävention, zur Qualitätsentwicklung im Ganztag und Sprachförderung geflüchteter Kinder und Jugendlicher, zur interkulturellen sowie inklusiven Bildung. Viele der über Jahre gewachsenen Bildungsangebote sind aktuell im Entwurf für den Doppelhaushalt nicht vorgesehen. Auch die Fachstelle proRespekt wird in der Auflistung enthaltener Teilansätze nicht benannt und müsste ohne Zuwendung zum Jahresende ihre Arbeit einstellen.

Wir hoffen, dass in den weiteren Verhandlungsschritten viele Programme und Träger wieder in den Haushalt aufgenommen werden können und die unerlässliche Arbeit für chancengerechte Bildung und Teilhabe in ihrer Vielfalt fortgesetzt werden kann.

Sommerliches Fest im Hof der Fachstelle

Rückblick auf unser proRespekt-Hoffest Ende September

Bei strahlendem Sonnenschein und bestem Wetter folgten rund 30 Menschen unserer Einladung zum Hoffest in die Fachstelle-proRespekt. Unter den Gästen waren neben den proRespekt-Pilot*innen und -Coaches Vertreter*innen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die Antimobbingbeauftragte des Landes Berlin, eine Schulentwicklungsberaterin von proSchul (BLiQ) sowie die Koordinatorin für die Kooperation Schule-Jugendhilfe Marzahn-Hellersdorf. Die Leitungen des proRespekt-Trägerverbunds, Schulleitungen, Schulsozialarbeiter*innen sowie zahlreiche zivilgesellschaftliche Akteure – etwa vom Interdisziplinären Zentrum für Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung e.V. (IZRD), dem Institut für Restorative Praktiken (IRP) und dem VETO-Institut – waren ebenfalls vor Ort.   

Wer sich noch nicht kannte, konnte bei unserem thematischen Bingo oder bei selbstgebackenem Kuchen aus dem proRespekt-Team schnell ins Gespräch kommen. Unsere proRespekt-Pilot*innen und Coaches stellten ihre Arbeit anschaulich dar und boten reichlich Gelegenheit für fachlichen Austausch. So wurden neue Kontakte geknüpft und Kooperationsideen besprochen. Auch die Fachstelle proRespekt selbst präsentierte ihre Arbeitsschwerpunkte und stand den Gästen für Gespräche zur Verfügung.  

Ein besonderes Highlight war der Besuch unserer Programmbotschafterin Suli Puschban, die nicht nur vorbeischaute, sondern auch für ein kurzes Interview zur Verfügung stand. Passend dazu lief im Hintergrund der von ihr produzierte Song „RESPEKT“, der wohl vielen Gästen als beschwingter Ohrwurm im Gedächtnis geblieben sein wird.

Transferwerkstatt 2025

Am 1. und 2. September trafen sich alle Kolleg*innen von proRespekt zur jährlich stattfindenden Transferwerkstatt, die in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt Wissensmanagement und Transfer stand.

Nach den Sommerferien tat es gut, erholt und mit neuer Energie gemeinsam ins neue Schuljahr zu starten. Die Tage boten auch die Gelegenheit, innezuhalten, sich auszutauschen, voneinander zu lernen und die Zusammenarbeit zu vertiefen.  

Am Montag erhielten wir einen Input von der Wissensmanagerin Clara Holler (DKJS), die uns vielfältige Möglichkeiten zur Organisation und Weitergabe von Wissen aufzeigte. Dabei wurde deutlich, dass es über reine Kommunikation hinaus notwendig ist, Wissen gezielt aufzubereiten, zu speichern und zugänglich zu machen. Vieles tun wir dafür schon, aber wir sammelten gemeinsam Ideen, wie wir das Wissensmanagement innerhalb des Programms verbessern können. Künftig sollen Beispiele guter Praxis aufbereitet und nicht nur innerhalb der eigenen Schule, sondern auch darüber hinaus anderen Pädagog*innen über unsere Homepage zur Verfügung gestellt werden.  

Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Themas Transfer und der Frage, wie dieser erfolgreich gestaltet werden kann. Dabei war es wesentlich, unterschiedliche Transferniveaus zu unterscheiden: 

  • Diffusion: die ungesteuerte Verbreitung sowie die freiwillige Weitergabe von Informationen, Angeboten, Methoden und Konzepten, 
  • Dissemination: die geplante, strukturierte und gesteuerte Verbreitung von Wissen, gezielt auf bestimmte Adressatengruppen ausgerichtet,
  • Transfer im engeren Sinne: die nachhaltigste Form, bei der Wissen nicht nur übertragen, sondern auch adaptiert wird – durch die Einführung und Umsetzung von Plänen, Konzepten und Programmen. 

Gerade der Transfer im engeren Sinne hat für uns die größte Bedeutung, da wir im schulischen Kontext Nachhaltigkeit erreichen wollen. Unser Ziel ist es, entwickelte Maßnahmen und Angebote so zu verankern, dass sie dauerhaft wirksam bleiben. Dazu gehört eine sorgfältige Transferarbeit, die durch wesentliche Gelingensbedingungen unterstützt wird – etwa den Rückhalt durch die Schulleitung, bedarfsgerecht aufbereitete Angebote sowie Lehrkräfte, die gemeinsam mit uns Projekte erproben, Feedback geben und aktiv an der Weiterentwicklung und Durchführung mitwirken. In Kleingruppen entwickelten wir schließlich Transferkonzepte, wie einzelne Maßnahmen an den Schulen nachhaltig verankert werden können.  

Neben den inhaltlichen Impulsen war die Transferwerkstatt auch geprägt von einer offenen und kollegialen Atmosphäre. Der Austausch hat gezeigt, wie bereichernd die Zusammenarbeit im Team ist – getragen von engagierten Kolleg*innen, gemeinsamer Motivation und auch einer guten Portion Freude. So sind wir nicht nur mit vielen neuen Ideen, sondern auch mit gestärktem Teamgeist ins neue Schuljahr gestartet.

Neue Schule im Programm

Zum Schuljahr 2025/26 begrüßen wir die Jean-Krämer-Schule neu im Programm

Zur Umsetzung wichtiger Schulentwicklungsvorhaben mit den Schwerpunkten Gewaltprävention, Demokratiebildung und der Verringerung von Schuldistanz erhält die Schule im Rahmen der Programmteilnahme personelle und fachliche Unterstützung.
Zwei neu einzustellende proRespekt-Coaches (siehe Stellenausschreibung) werden die Schule in den kommenden fünf Jahren vor Ort begleiten. Nach einem vorbereitenden Gespräch mit der Schulleiterin Frau Dr. Rosen haben sich erste Tätigkeitsschwerpunkte für das zukünftige proRespekt-Team ergeben. Durch bedarfsgerecht entwickelte Trainingseinheiten unterstützen sie die Schüler*innen dabei, ihre Kompetenzen im Umgang mit eigenen Emotionen weiterzuentwickeln. Sie fördern die Jugendlichen bei der Bewältigung von Konflikten, stärken ihre Selbstwirksamkeit und befähigen sie dazu, ein respektvolles Miteinander zu gestalten – auch in herausfordernden Situationen.

Die proRespekt-Coaches wirken an der Gestaltung gewaltpräventiver und beteiligungsfördernder Strukturen mit. Sie unterstützen die schulischen Pädagog*innen durch die Bereitstellung erprobter Trainingspläne und Materialien, durch die gemeinsame Durchführung von Workshops sowie durch fallbezogene Beratung. Darüber hinaus bieten die proRespekt-Coaches Beratung von Eltern an und unterstützen die Schule bei der Neugestaltung der Elternarbeit im Sinne von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften.
Fachliche und praxisnahe Unterstützung erhalten sie dabei von proRespekt-Pilotin Manuela Lüdke, die sie bei der Entwicklung und Umsetzung von Angeboten für Schüler*innen beratend begleitet. Gesteuert und begleitet wird dieser Prozess von der proRespekt-Pilotin in Zusammenarbeit mit der regionalen Schulaufsicht und der Fachstelle proRespekt.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die nächsten Entwicklungsschritte an der Jean-Krämer-Schule!

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RESPEKT - Programmsong von Suli Puschban

Musikvideo „RESPEKT“ von Suli Puschban
Es ist so weit: Das Video für unseren Programmsong „RESPEKT“ ist veröffentlicht! Der Song unserer Programmbotschafterin Suli Puschban entstand im Rahmen eines kreativen Workshops, bei dem Kinder aus sechs unserer Programmschulen inhaltlich mitwirkten. Tolle Eindrücke aus dem Workshop und vom Kinderkonzert anlässlich des Besuchs der Bildungssenatorin im Dezember 2024 an der Grundschule am Schleipfuhl wurden durch das Team von studio36 filmisch eingefangen. Vielen Dank an Suli Puschban, die beteiligten Kinder, studio36, das ÖA-Team von Violence Prevention Network und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie für die tatkräftige Unterstützung!

Der Songtext ist in verschiedenen Versionen zum Download auf der Seite Programmsong › proRespekt verfügbar (inklusive Akkorde zum Nachspielen auf der Gitarre).

Fachtag „Gute Schule Reinickendorf – Da geh ich gern hin!“

Am 11. März 2025 kamen multiprofessionelle Teams aus den Schulen in Berlin-Reinickendorf im Fontanehaus zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können wir gemeinsam die Schule als Wohlfühlort für alle gestalten? Organisiert wurde dieser Fachtag durch das SFBB.

Den Auftakt bildete ein inspirierender Vortrag von Frau Christine Ordnung, der Leiterin des “Deutsch-Dänischen Instituts für Familientherapie und Beratung”, der eindrucksvoll zeigte, wie Empathie in den Schulalltag integriert werden kann. Anschließend boten zahlreiche Workshops die Möglichkeit, neue Impulse für die Praxis mitzunehmen – von Anti-Mobbing-Maßnahmen und positiver Psychologie über kollegiale Fallberatung und die Initiierung eines Familienklassenzimmers bis hin zum Umgang mit Scham in der Schule.

In der Mittagspause präsentierten sich auf dem „Markt der Möglichkeiten“ verschiedene externe Unterstützungsangebote aus Reinickendorf. Auch proRespekt war mit einem Stand vertreten – besetzt durch die proRespekt-Pilotin für Reinickendorf, Manuela Lüdke, und die proRespekt-Coachin der Hausotter Grundschule, Antje Pohle.
Viele Schulsozialarbeitende, Lehrkräfte, Schulleitungen und Vertreter*innen der Schulaufsicht nutzten die Gelegenheit, sich über das Programm “proRespekt – gewaltfreie Schulen demokratisch gestalten” zu informieren und in den Austausch zu gehen.

Für unsere proRespekt-Pilotin Manuela Lüdke (seit einem halben Jahr im Programm tätig) war die Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit zur Vernetzung – unter anderem mit der zukünftigen Sozialarbeiterin des SIBUZ im Bereich Gewaltprävention, der neuen Schulrätin für die Hausotter-Grundschule und dem Schulleiter der Carl-Benz-Schule, an der das Konzept des Familienklassenzimmers bereits erfolgreich umgesetzt wird. In allen Gesprächen zeigte sich eine inhaltliche Schnittmenge mit den Kompetenzschwerpunkten der proRespekt-Pilotin, insbesondere in den Bereichen „Gewalt in der digitalen Welt“ sowie „Elternarbeit und Erziehungs- und Bildungspartnerschaft“.

“Schulangst muss in Schule bearbeitet werden!”

Das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) richtete am 12.02.2025 den Fachtag “Schuldistanz – das leisten wir uns!” aus. 140 Fach- und Leitungskräfte aus Berlin folgten der Einladung ins Jagdschloss Glienicke. proRespekt war ebenfalls vor Ort – und gestaltete am Nachmittag das Forum “Prävention von Schuldistanz – Was Schulen tun können”.  

Janice Schiehan, proRespekt-Coachin der Marcana-Schule, und ihr Kollege Fynn Neumann, Schulsozialarbeiter über FIPP e.V., stellten ihre Arbeit an der Schule vor. Beide sind vorrangig im Sekundarbereich der Marzahner Gemeinschaftsschule tätig, die in den letzten Jahren von Schulleitungswechseln, hohen Schulabbruchquoten – und von verschlossenen Türen geprägt war. Eine Willkommenskultur für die Schüler*innen der Schule zu etablieren, Interesse an ihnen und ihren Lebenswelten zu entwickeln und das auch in vielfältige schulische Angebote zu übertragen, sind wichtige Entwicklungen, die die Sozialarbeitenden angeschoben haben. Teil hiervon ist auch, morgendliche Verspätungen der Jugendlichen zu registrieren und diesen nachzugehen – mit den Jugendlichen und mit ihren Eltern oder Sorgeberechtigten. Innerhalb weniger Monate konnten die Verspätungen allein hierdurch um die Hälfte reduziert werden.  

“Schulangst muss in Schule bearbeitet werden”, konstatierte Prof. Ricking in seinem Vortrag am Vormittag des Fachtags. Beispielhaft zeigen die Entwicklungen an der Marcana-Schule, wie wirkungsvoll Schulen ihre Haltekräfte stärken können.  

Wie relevant das ist, erläuterte Jana Krug von der Fachstelle proRespekt am Beispiel ausgewählter Ergebnisse der SINUS-Jugendstudie 2024. Viele der dort befragten 14-17-jährigen Jugendlichen fühlten sich auf ganz unterschiedliche Weisen unwohl in ihrer Schule. Berichtet wurde von Versagensängsten und -erfahrungen, von Diskriminierung und Herabwürdigung, von Mobbing, von negativen Beteiligungserfahrungen – und natürlich auch davon, die Schule zu schwänzen. Mit all diesen Erfahrungen fühlen sie sich in Schule größtenteils allein gelassen.  

Dabei gibt es eine Vielzahl kleiner und umfassender Maßnahmen, die schulische Fachkräfte umsetzen können, um die Anwesenheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu fördern und um auf diese Weise Schuldistanz zu vermeiden oder zu minimieren. Die mehr als 30 Teilnehmenden des Forums “Prävention von Schuldistanz – Was Schulen tun können” entwickelten hierzu Ideen, die auf der Ebene der Schule, der Klasse und auf Ebene der Beziehung zwischen Fachkraft und Schüler*in umgesetzt werden können. Positive Feedbackkultur und einheitliches Verhalten bei Verspätungen auf Seiten der Fachkräfte, Kinder- und Klassenräte, Fahrten und Wandertage sowie Interesse an den Schüler*innen sind einige der erarbeiteten Ergebnisse.  

Wie könnte ein morgendliches Ritual aussehen, mit dem die schulischen Fachkräfte Beziehung und Vertrauen stärken können? Jana Brinkmann, proRespekt-Pilotin in Marzahn-Hellersdorf, ließ diese Frage praktisch beantworten. 

Alle Teilnehmenden des Forums gingen miteinander ins Gespräch und öffneten ihre persönlichen Erlebnisse: zum Start in den Tag und zum Erleben der eigenen Schulzeit. In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hatte sie selbst oft die Erfahrung gemacht, wie schwierig es ist, wirklich in Verbindung zu gehen. Es sei erstaunlich, über einen solchen Einstieg zu erfahren, wie viel manche von ihnen schon am Morgen zwischen Aufstehen und Schulbeginn leisten oder bewältigen müssen.  

Der Andrang auf diesen Fachtag sowie das große Interesse an unserem Forum haben gezeigt, wie drängend das Thema Schuldistanz für die Fach- und Leitungskräfte der Stadt sind und wie groß der Wunsch nach Orientierung, Handlungsoptionen und -sicherheit sowie nach Veränderung ist. Die Teilnehmenden des Forums – Schulsozialarbeitende, Lehrkräfte, Schulpsycholog*innen und Mitarbeitende der Regionalen Schulaufsichten und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie – bestätigten dies mit ihrem gemeinsam formulierten Wunsch nach mehr Kooperation, der Ausweitung des Neuköllner Modells “Schuldistanz-Team” und einer stärkeren politischen Fokussierung auf die Anliegen der Kinder und Jugendlichen Berlins. 

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