Die Grundschule am Koppenplatz im Bezirk Mitte

Hin- statt wegschauen – mit dem Programm FairPlayer

© Grundschule am Koppenplatz

Ausgangslage

Ungefähr jedes zweite Kind erlebt heute Mobbing. Nicht unbedingt am eigenen Leib, aber auch das Miterleben, wenn andere gemobbt werden, prägt eigenes Verhalten und kann Spuren hinterlassen. Die Sozialarbeit an der Grundschule am Koppenplatz möchte Schüler*innen deshalb darin stärken, nicht wegzusehen, sondern für ein faires Miteinander sensibilisieren. Unterstützt werden sie hierbei u. a. vom Programm proRespekt, indem die proRespekt-Coach*innen die Fortbildung des Programms FairPlayer absolviert haben und es nun an ihrer Schule anwenden.

Ziel

In der 5. Klassenstufe entstehen an der Grundschule am Koppenplatz neue Klassenverbände. Diese Phase lässt sich gut nutzen, um präventive Angebote und Strukturen gegen Mobbing zu etablieren. Das FairPlayer-Programm bietet den Schüler*innen die Möglichkeit, sich in einem anderen Rahmen als dem klassischen Unterricht kennen- und schätzen zu lernen. Ziel ist es, sich besser in andere hineinversetzen zu können und Empathie für das soziale Miteinander zu lernen.

Umsetzung

An der Grundschule am Koppenplatz übernehmen die proRespekt-Coach*innen und eine weitere Sozialarbeiterin zusammen mit den jeweiligen Lehrer*innen der 5. Klasse die Durchführung des Programms FairPlayer. Die Zusammenarbeit mit den Klassenleitungen zahlt sich besonders aus, da diese ihre Schüler*innen in der Regel besser kennen. So kann gemeinsam abgeschätzt werden, wie die insgesamt zwölf Module des Programms umgesetzt werden können und wieviel Raum den verschiedenen Themen entsprechend der Klassenstruktur gegeben werden soll. Denn während im ersten Drittel die Voraussetzungen geschaffen und theoretisch erarbeitet werden, bspw. welche Rechte Kinder haben und worin sich Lästern und Rangeleien von eigentlichem Mobbing unterscheiden, wird es ab Modul 5 deutlich praktischer. Spielerisch lernen die Schüler*innen dann, woran sie Mobbing erkennen, wie es sich aus verschiedenen Blickwinkeln anfühlt und vor allem: welche Möglichkeiten des Eingreifens sie haben. Diese Rollenspiele sind es, die den Kindern besonderen Spaß machen. Ziel der proRespekt-Coach*innen ist es, Schüler*innen zu erreichen und mit ihnen Techniken zu üben, damit sie nicht wegschauen, sondern Mobbing erkennen und Maßnahmen haben, um in Alltagssituationen helfen zu können.

Damit das Gelernte und Erfahrene nicht nur in der Schule, sondern bestenfalls auch in den Familien besprochen wird, bieten die proRespekt-Coach*innen einen Elternabend zum Start des Programms an. Hier werden die Idee und das Programm vorgestellt. Für den Abschluss der Projektzeit erarbeiten die Schüler*innen gemeinsam mit der Projektleitung eine Zusammenfassung. In Kleingruppen stellen sie in Form von Plakaten oder kleinen Rollenspielen das zusammen, was sie besonders bewegt und interessiert hat. Empfehlenswert ist es, diese Zusammenfassung mit einem regulären Elternabend zu verknüpfen. Für die Kinder sei es eine gute Erfahrung, zu zeigen, was sie aus dem Programm mitnehmen, und für Lehrende und Eltern sei es eine gute Reflektion des eigenen Verhaltens, so die proRespekt-Coach*innen.

Ergebnis

Mittlerweile haben vier Klassen das Programm erfolgreich durchgeführt.

  • Die Schüler*innen haben sich untereinander neu kennengelernt und mehr Verständnis für die verschiedenen Bedürfnisse entwickelt.
  • Das Lehrpersonal profitiert von dem neuen Blick und den Erfahrungen mit ihren Schüler*innen.
  • Die Grundschule am Koppenplatz und das Programm proRespekt haben sich deshalb entschieden, das FairPlayer-Programm in allen 5. Klassen als Teil der schulischen Präventionsstrategie weiter durchzuführen.

Ausblick

Die Grundschule am Koppenplatz ist mit ihren mehr als 700 Schüler*innen auf drei Standorte in Berlin-Mitte verteilt. Sie setzt einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt und fördert das fächerübergreifende Arbeiten – nicht zuletzt digital. Mit den sogenannten Lernräumen sollen die Potenziale der Schüler*innen unterstützt und sichtbar gemacht werden. Das Schulteam arbeitet dabei mit dem Konzept der Elementaren Lernarchitektur, dass jedem Kind Raum geben möchte, sich nach den eigenen Fähigkeiten und Lernstrategien zu entwickeln. Der gemeinsame Unterricht bietet dafür die Grundlage, um nicht nur miteinander sondern auch voneinander zu lernen.

Infos zur Schule

Die Theodor-Storm-Grundschule im Berliner Stadtteil Neukölln ist eine Kiez-Schule, die mit kleinen Klassen und Lerngruppen allen Schüler*innen die Chance bietet, nach ihren Potenzialen und Interessen zu lernen. Gemeinsam arbeitet das Schulteam daran, handlungsorientiert und mithilfe alternativer Methoden und moderner Medien zu lernen – gern auch abseits des Klassenraums. Seit 2021 ist die Schule proRespekt-Programmschule und nutzt die Zusammenarbeit, um mit ihren Schüler*innen die Möglichkeiten von Teilhabe und Beteiligung auf dem Weg zu einer demokratischen Schule zu erkunden und im Schulalltag zu etablieren.

Kontakt

Seit 2021 sind die proRespekt-Coach*innen Duygu Yilmaz und Christian Jatho an der Grundschule am Koppenplatz tätig.